Core/Dash vs SpeedCurve
SpeedCurve ist eines der besten Web-Performance-Tools überhaupt. Wenn du es schon nutzt, bist du bestens aufgestellt. Hier zeige ich, was SpeedCurve gut macht – und warum Core/Dash auf lange Sicht trotzdem die bessere Wahl ist.
Was SpeedCurve gut macht
Wenn du im Bereich Web-Performance arbeitest, hast du wahrscheinlich schon einiges von SpeedCurve gelernt. Ihr Blog und ihr Web-Performance-Guide gehören zum Besten, was man kostenlos zum Thema lesen kann. Zudem haben Leute von SpeedCurve die Standards mitgeprägt, auf denen die Core Web Vitals aufbauen. Die BBC, The Guardian, GOV.UK und Forbes nutzen das Tool alle.

speedcurve.com, Oktober 2026.
SpeedCurve vereint Real User Monitoring und synthetische Tests an einem Ort. Diese Kombination ist nach wie vor das Hauptargument für den Kauf. Du bekommst geplante Lab-Tests in Chrome und Firefox, geskriptete User-Journeys, Lighthouse sowie Filmstrips und Vergleichsvideos. Solche Videos machen eine langsame Seite auch für jeden greifbar, der DevTools nie öffnet. Versuch mal, einem Marketingleiter den Render-Delay ohne Video zu erklären.
Auch der RUM-Teil ist gut. SpeedCurve zeigt LCP-Subparts, das LCP-Element, INP-Subparts und das Element, mit dem interagiert wurde. Seit Mai 2025 erfasst es Long Animation Frames samt dem Skript, das sie verursacht hat – aufgeteilt in First- und Third-Party und filterbar nach INP-Phase. Das Tool misst LCP und INP neben Chrome auch in Firefox und Safari, bietet einen echten SPA-Modus für Soft Navigations und verknüpft Performance mit Conversion-Rate und Bounce-Rate. Dazu kommen Budgets, Alerts via Slack, E-Mail und Microsoft Teams, GitHub- und CircleCI-Integrationen, Mitbewerber-Benchmarking, ein täglicher Rohdatenexport nach S3 und unbegrenzt viele Nutzer in jedem Tarif.
Miss zuerst deine echten Nutzer
Wenn du SpeedCurve heute nutzt und es deine Fragen beantwortet: Behalte es. Damit bist du den meisten Websites voraus, die ich mir ansehe.
Sorgen mache ich mir um die Seiten, die überhaupt kein Real User Monitoring haben. Die schauen auf einen Lighthouse-Score (Lighthouse klickt nie irgendwo drauf) oder auf CrUX. CrUX zählt aber nur Chrome-Nutzer mit Opt-in, fasst den Traffic von 28 Tagen in einer einzigen Zahl zusammen und zeigt gar nichts an, wenn eine Website zu klein ist (siehe Nicht genügend Daten in der Search Console). SpeedCurve, Core/Dash oder jedes andere solide RUM-Tool behebt das. Such dir also einfach eins aus und binde es ein.
Der Rest dieser Seite ist für alle, die noch abwägen – oder die ständig auf Fragen stoßen, die ihr aktuelles Tool nicht beantworten kann.
Core/Dash und SpeedCurve im direkten Vergleich
Preise und Features geprüft im September 2026.
| Core/Dash | SpeedCurve | |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | RUM für Core Web Vitals, plus ein Pre-Deploy-Check | RUM plus vollständige Suite für synthetische Tests |
| Einstiegspreis (jährliche Abrechnung) | $16/Monat für 75K Pageviews, $31/Monat für 500K | Ab $90/Monat für 500K RUM-Pageviews plus 3K synthetische Checks |
| Preismodell für RUM | Feste Tarife, unbegrenzt viele Seiten pro Website | $135 pro 1 Mio. Pageviews pro Monat ($108 bei jährlicher Abrechnung) |
| RUM-Datenaufbewahrung | 6 Monate bis 8 Jahre, je nach Tarif | 3 Monate; 13 Monate ab $500/Monat oder $6K/Jahr |
| LCP-Aufschlüsselung | TTFB, Load-Delay, Ladezeit, Render-Delay, Element, Elementtyp, Priorität | Subparts für Bild- und Video-LCP, Element-Zuordnung |
| INP-Aufschlüsselung | Input-Delay, Processing, Presentation, Element, Input-Typ, Ladestatus, LoAF-Skript-URL | Subparts, Interaktionsziel, LoAF-Skript-Zuordnung |
| Synthetische Tests | Pre-Deploy-Check gegen Budgets | Geplante Tests in Chrome und Firefox, Scripting, Filmstrips, Videos, Lighthouse |
| MCP-Server für KI-Agenten | Integriert, in jedem Tarif | Keiner |
| Daten-API | Metriken, Zeitreihen und Histogramme, Filtern oder Gruppieren nach 25+ Dimensionen | REST v1, v2 Queries (Beta, erfordert ein in der UI erstelltes Chart), S3-Rohdatenexport |
| Multi-Client-Setup | Agency-API zum Erstellen, Auflisten und Löschen von Kundenprojekten mit einem Master-Key | Unbegrenzt viele Teams, ein Team pro Domain |
| Alerts | E-Mail, Slack, automatische KI-Alerts | E-Mail, Slack, Microsoft Teams |
| Nutzer | 3 oder 10 in den kleineren Tarifen, unbegrenzt ab Studio | Unbegrenzt in jedem Tarif |
| Cookies | Standardmäßig keine | First-Party-Session-Cookie (30 Minuten) |
| Einstieg | 14 Tage Testphase, keine Kreditkarte | Demo anfragen (Registrierung leitet zu Embrace weiter) |
Warum ich trotzdem Core/Dash wählen würde
KI-Agenten können deine Daten lesen
Für mich ist das der entscheidende Punkt. Core/Dash bringt unter https://app.coredash.app/api/mcp einen integrierten MCP-Server mit. Binde ihn als Connector in Claude ein oder nutze ihn in Claude Code, Cursor, Windsurf, VS Code oder Gemini CLI: Schon kann dein Agent die Field Data selbst abfragen. Frag ihn einfach, welche Seiten diese Woche mobil den schlechtesten INP haben und ob er sich verschlechtert. Der Agent ruft get_metrics auf (gruppiert nach Seite, gefiltert nach Mobile) und danach get_timeseries für den Trend. Du bekommst eine Antwort mit deinen eigenen Zahlen. Der Zugriff ist rein lesend, der Agent kann nichts ändern. MCP ist in jedem Core/Dash-Tarif enthalten, auch im Starter-Tarif.
Ich habe außerdem CWV Superpowers gebaut: einen kostenlosen, MIT-lizenzierten Agenten, der darauf aufsetzt. Er greift ein Problem auf, das Core/Dash im Feld gefunden hat, reproduziert es in einem Chrome-Trace und liefert einen Fix (Datei, Zeile und Diff) oder einen Bericht. Es gibt einen Artikel zum Thema INP mit einem KI-Agenten beheben, wenn du das Ganze in Aktion sehen willst.
In SpeedCurve selbst konnte ich weder einen MCP-Server noch sonstige KI-Features finden. Die Muttergesellschaft Embrace hat zwar einen MCP-Server, aber dessen Dokumentation deckt nur eigene Embrace-Daten ab und erwähnt weder SpeedCurve noch Core Web Vitals. Immer mehr Diagnosearbeit wird von Agenten erledigt – und ein Agent kann nur Daten nutzen, auf die er Zugriff hat.
Das Gleiche gilt für Skripte. Die RUM-Query-API von SpeedCurve ist in der Beta und liefert nur Daten für ein Chart, das du bereits in der UI erstellt hast – maximal 200 Buckets. Die API von Core/Dash ist genau derselbe Endpunkt, den auch die Agenten nutzen: Filtere oder gruppiere nach jeder beliebigen Dimension und erhalte bis zu 500 Segmente zurück. Für Agenturen gibt es außerdem eine Agency-API, um Kundenprojekte direkt aus den eigenen Tools heraus zu erstellen und zu verwalten.
Preise und Aufbewahrungsdauer der Daten
Bei 500K Pageviews im Monat kostet Core/Dash Standard $31 bei jährlicher Abrechnung. SpeedCurve startet bei $90 für den gleichen Traffic, inklusive 3K synthetischer Checks. Darüber hinaus rechnet SpeedCurve pro Pageview ab, und die eigene Dokumentation empfiehlt Sampling, um Kosten zu senken. Sampling reicht für eine Trendlinie über die gesamte Website völlig aus. Aber frag mal nach dem p75-INP eines einzelnen Checkout-Templates auf Android in Deutschland: Da gehen dir schnell die Daten aus. Und genau in diesen engen Segmenten liegt oft das Problem.
Dazu kommt die Historie. SpeedCurve-Tarife unter $500 im Monat speichern RUM-Daten 3 Monate lang. Core/Dash Standard behält sie ein Jahr, Studio 3 Jahre und Enterprise 8 Jahre. War der INP am letzten Black Friday auch so schlecht? Hat das Redesign von vor zwei Sommern etwas gebracht? Mit drei Monaten kannst du das nicht prüfen.

SpeedCurve-Support-Dokumentation zur Datenaufbewahrung, Oktober 2026.
Etwas mehr Details bei der Attribution
Die Attribution von SpeedCurve ist gut; hier geht es um Details. Laut Dokumentation gelten LCP-Subparts nur für Bilder und Videos. Wenn dein LCP-Element ein Text ist, siehst du nur Striche. Auf vielen Content-Websites ist das LCP-Element aber eine Überschrift oder ein Absatz – und dann liegt es fast immer am Render-Delay. Das ist eine echte Lücke. Core/Dash unterteilt jeden LCP in die vier Phasen und liefert den Elementtyp mit, plus die Info, ob das Bild per Preload geladen wurde, hohe Priorität hatte oder per Lazy Loading geladen wurde.
Beim INP erfasst Core/Dash den Input-Typ und den Ladestatus. Ein langsamer Klick während des Ladens verlangt einen anderen Fix als ein langsamer Klick auf einer Seite, die schon vor zehn Sekunden fertig geladen war. Es hilft enorm zu wissen, welcher Fall vorliegt. Die Diagnose-Ansicht nennt das Drittanbieter-Skript (GTM, HubSpot, Intercom) und liefert Fixes für deinen Stack: WordPress, Shopify, Next.js und acht weitere. Deine CrUX-Daten liegen im selben Dashboard wie deine RUM-Daten. Du siehst also direkt nebeneinander, was Google sieht und was deine Besucher erleben.
Nur Core Web Vitals
Core/Dash konzentriert sich ausschließlich auf Core Web Vitals RUM. Alles, was ich baue, fließt genau da hinein. SpeedCurve gehört seit November 2025 zu Embrace. Im Mai 2026 brachte Embrace ein eigenes Web-RUM- und Synthetic-Produkt heraus, das auf SpeedCurves Technologie aufbaut. Das bedeutet mehr Entwickler, und beide Unternehmen sagen, für SpeedCurve-Kunden ändere sich nichts. Ich glaube ihnen das. Trotzdem: Wenn du ein Tool für die nächsten fünf Jahre auswählst, ist die Frage berechtigt, wohin die gemeinsame Roadmap führt.
Wann SpeedCurve stattdessen die bessere Wahl ist
- Du willst Lab- und Field-Data in einem Tool – mit geplanten synthetischen Tests, geskripteten Journeys und Filmstrips. Core/Dash bietet nur einen Pre-Deploy-Check, keine Synthetic-Suite.
- Du analysierst jede Woche Mitbewerber-Benchmarks und das Management will die Videos sehen.
- Dein Unternehmen setzt auf Microsoft Teams, braucht private Synthetic-Agents oder will das Consulting-Team von SpeedCurve nutzen.
- Du hast über Jahre hinweg Budgets und Dashboards in SpeedCurve aufgebaut, die das gesamte Unternehmen nutzt. Wenn das Tool deine Fragen heute beantwortet, würde ich dabei bleiben.
Teste Core/Dash parallel zu deinem bestehenden Tool
Du musst dich nicht sofort entscheiden. Das Skript von Core/Dash ist unter 2 KB groß und lädt asynchron. Du kannst es also parallel zu SpeedCurve einbinden, beide während der 14-tägigen Testphase laufen lassen und die Zahlen vergleichen. Keine Kreditkarte nötig. Hier geht es zu den Preisen (oder den Agentur-Preisen, falls du Kunden-Websites betreust). Oder buche eine Demo, dann gehe ich deine eigenen Daten mit dir durch. Du schaust dir noch andere Tools an? Alle Vergleiche findest du auf der Vergleichsseite.
Quellen: SpeedCurve-Preise, SpeedCurve-Datenaufbewahrung, SpeedCurve Core Web Vitals Subparts, SpeedCurve LoAF-Support, SpeedCurve Sample Rate, SpeedCurve Queries API, SpeedCurve schließt sich Embrace an, Launch von Embrace Web-RUM, Embrace MCP-Dokumentation.